Kreta Wind: Von Meltemi bis zu Prodromi
Als Segler oder Windsurfer wird man einen kräftigen Wind schätzen, als normaler Strand-Tourist sollte es mehr als ein laues Lüftchen hingegen nicht sein. Doch wie ist denn nun der Wind auf Kreta? Immer wieder hört man von von starken Winden auf Kreta, dem ein oder anderen wird vielleicht auch schon einmal der Begriff Meltemi über den Weg gelaufen sein. Hier findest du alles rund um den Wind auf Kreta.
Meltemi und Prodromi
Der Meltemi ist der vorherrschende Wind der Sommermonate in der Ägäis und damit auch für Kreta relevant. Vom griechischen Festland weht er in Richtung Kreta in den Monaten April/Mai bis September/Oktober. Seinen Höhepunkt in Sachen Intensität erreicht er in den Monaten Juli/August und macht damit die vorherrschende Hitze deutlich erträglicher.
Gewusst? Bereits Aristoteles erwähnte die griechischen Sommerwinde/Nordwinde. Seine Beobachtungen in seinem Werk Meteorologica sind damit die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über den Meltemi. Genannt wurden diese Winde im antiken Griechenland “die jährlichen Winde” (griechisch: "Etesien" (ἐτησίαι, etēsíai)) Von Aristoteles soll auch das Zitat stammen: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“
Der Vorbote des Meltemi ist der Prodromi. Er setzt in der Regel zwischen Mai oder Anfang Juni ebenfalls als Nordwind ein, bevor anschließend der Meltemi seine voller Kraft entfaltet. Im Vergleich zum Meltemi ist der Prodromi durch eine deutlich gerinere Intensität charaktersiert, weshalb man ihn auch als “leichter Nordwind” bezeichnet. Der Prodromi besitzt dabei eine Signalwirkung, kündigt er doch den Wechsel der Jahreszeiten und das Einsetzen der charakteristischen Sommerwinde an. Die Kreter wissen so, dass die Zeit des Melemi bevorsteht.

Darstellung des Aiolos
Gewusst? Wie die Winde nach Griechenland kamen: Im antiken Griechenland galt Aiolos als Herrscher über die verschiedenen Winde, darunter Boreas (Nordwind), Euros (Ostwind), Notos (Südwind) und Zephyros (Westwind). Diese Windgötter sind auch als Anemoi bekannt. Er bekam diese Aufgabe von niemand anderen als Zeus zugeteilt. Aiolos wachte gut über die Winde auf seiner schwimmende Insel Aiolia (Αἰολία) bis zu dem Tag als er Odysseus und seine Gefährten (bekannt aus der Ilias von Homer) gastfreundlich aufnahm. Nach rund einem Monat zog Odysseus weiter und Aiolos ließ für die Heimfahrt nicht nur günstige Westwinde wehen, sondern gab dem Helden auch noch einen Schlauch aus Rindsleder mit Winden mit, die aber verschlossen bleiben sollten. Es kam wie es kommen musste, die Gefährten des Odysseus öffneten den Schlauch kurz vor dem Erreichen Ithakas, wodurch so alle Winde entweichen konnten. Dies brachte Odysseus nicht nur den Zorn des Aiolos ein, sondern der Welt auch die uns heute bekannte Winde.
Deutlich seltener, aber vor allem an der Südwestküste Kretas, kann einen der Scirocco überraschen. Dieser heiße Südwind aus der Sahara kann für kurze Episoden auftreten und für eine kurze Unterbrechung des Nordwinds sorgen.
Im Winter besteht kein zum Meltemi vergleichbares stabiles Windsystem. Die Winde können je nach Wetterlage entsprechend aus unterschiedlichen Richtungen kommen, wobei die Grundtendenz von Norden bestehen bleibt. Wie man bei weatherspark.com aber beispielsweise sehen kann, lässt der Wind im Winter nicht nach. Im Gegenteil von November bis März ist historisch gesehen der Teil der Saison mit dem meisten Wind. Der windreichste Monat ist der Februar.
Einfluss der Winde auf das Klima in Kreta
Wie schon weiter oben angedeutet, wirkt der Sommer-Meltemi wie eine natürliche Klimaanlage. Er bringt kühle Luftmassen aus den Norden auf die Insel und sorgt dort für Abkühlung. Lediglich die Sciroccowinde haben einen umkehrten Wirkung auf die Temperaturen. Auch der bekannte wolkenlos-blaue Himmel den der ein oder andere von Kreta kennt, ist unter anderem dem Meltemi zu verdanken.
Einfluss auf den Kreta Urlaub
Kretas Winde sind für Touristen Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite locken die beständigen Meltemi-Winde in den Sommermonaten alle Wassersport-Liebhaber (beinahe tägliche Winde von 4 Beaufort (Bft) und mehr.), auf der anderen Seite müssen sich Badeurlauber an manchen Strandtagen mit Badeverbot durch roten Flaggen wegen Strömungsgefahr oder aufgewirbelten Sand herumschlagen. Am Ende sollte aber vor allem die angenehm erfrischende Abkühlung des Meltemis überwiegen.

Für Strandurlauber empfielt es sich bei windigen Tagen geschütze Strände aufzusuchen oder sich eine Strandmuschel zu kaufen, um zumindestens den Kopf zu schützen. Natürlich muss die Strandmuschel dann entsprechend der Windrichtung aufgestellt und beschwert werden, damit sie nicht wegfliegt.
Der optimale Platz für den beste Wind für Windsurfer
Wer zum Windsurfen auf Kreta gekommen ist, für den ist der beste Platz wahrscheinlich der Strand von Kouremenos nördlich von Palekastro (Sitia). Hier sind Windstärken von 7–8 Bft im Sommer keine Seltenheit. Durch einen Trichtereffekt bläst hier der Meltemi noch verstärkt und sorgt damit für optimale Bedingungen. Dort findet man mit Freak Surf Crete auch ein alteingesessenes Windsurfzentrum.
Weitere gute Bedingungen für Windsurfer findet man in Almyrida, Elounda oder auch Paleochora.
Man sieht also, dass vor allem im Norden der Insel ideale Bedingungen für Windsurfer vorzufinden sind. Aber auch im Süden kann man einige gute Gebiete entdecken.