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Sparta: Geschichte & Leben der Spartaner kompakt erklärt

Sparta war nach Athen einer der mächtigste Stadtstaaten Griechenlands Insbesondere nach den Perserkriegen war Sparta die dominierende Militärmacht, während Athen die stärkste Seemacht war. Bekannt sind die Spartaner heutzutage inbesondere durch Leonidas und den Film "300", in dem die Schlacht bei den Thermopylen während der Perserkriege eindrucksvoll dargestellt wurde. Doch wer genau waren die Spartaner, die schon vor dem Film "300" unter anderem von Menschen wie Niccolo Machiavelli, Samuel Adams oder gar Adolf Hitler bewundert wurden?

Wer waren die Spartaner?

Gegründet worden soll Sparta von den Dorern im 9. oder 10. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Der griechische Mythos hingegen berichtet davon, dass Sparta die Tochter von König Eurotas von Lakonien war. Sie heiratete Lakedaimon, den Sohn des Zeus und der Bergnymphe Taygete, und dieser benannte das Land nach sich selbst (Lakedaimon) und die Stadt nach seiner Frau (Sparta). Der Name „Lakedaimon“ wird oft synonym mit Sparta verwendet, bezeichnet aber eher die gesamte Region. Mit der Zeit breitete sich Sparta aber auch auf das Territorium von Messenien aus. Bekannt ist uns Sparta heutzutage vor allem als stärkste Militärmacht des alten Griechenlands.

So stellt man sich die spartanischen Krieger vor und so werde sie auch in Ubisofts Discovery Tour Ancient Greece dargestellt.
So stellt man sich die spartanischen Krieger vor und so werde sie auch in Ubisofts Discovery Tour Ancient Greece dargestellt.

Im Vergleich zu Athen weiß man von Sparta bisher deutlich weniger. Es wurde beispielsweise auch bei Weitem nicht so archäologisch untersucht. Der Großteil unseres heutigen Wissens über Sparta stammt von Pausanias Besuch in der Stadt im 2. Jahrhundert. Schon davor hatte der Athener Feldherr und Historiker Thukydides Sparta beschrieben. Weitere Erwähnungen Spartas findet man unter anderem bei Herodot, Xenophon oder auch Plutarch.

Ursprünglich bestand Sparta aus den vier benachbarten Dörfern Kynosura, Mesoa, Limnai und Pitane. Nach weiteren Kriegen vergrößerte sich allerdings das Stadtgebiet, sodass im 5. Jahrhunderte vor unserer Zeit Sparta fast halb Peloponnes über das Peloponnesische Bündnis (Symmachie) kontrollierte. Im Gegensatz zu den anderen griechischen Städten besaß Sparta keine Verteidigungsmauern.

Die Götter Zeus, Athene, Apollon und Artemis standen den Spartanern besonders nahe. Letztere hatte bei den Spartanern den Beiname Artemis Orthia. Mit dem Heiligtum der Artemis Orthia in der Nähe des spartanischen Stadtbezirk Limnai hatten die Spartaner einer ihrer bedeutendsten religiösen Stätten der Göttin gewidmet.

Sah so das Heiligtum der Artemis Orthia aus?
Sah so das Heiligtum der Artemis Orthia aus? In Ubisofts Discovery Tour Ancient Greece kann man es sich so auf jeden Fall aus der Nähe anschauen.

Als Schutzherren Spartas galten die Dioskuren, Kastor und Polydeikes.

Klassen in der Spartanischen Gesellschaft

Die spartanische Gesellschaft kannte drei Klassen: Bürger, Periöken und Heloten. Diese sollen etwa im Nachgang des zweiten Messenischen Krieges, zwischen den Jahren 640 und 620 vor unserer Zeitrechnung gebildet haben. Zusätzlich bildeten sich in der klassischen Zeit weitere soziale Untergruppen, wie die Hypomeneiones, die Brasideioi, die Mothakes und die Neodamodeis heraus.

Historiker vermuten ein Verhältnis der Bürger (Spartiaten) zu Periöken zu Heloten etwa 1:3:7. Auf einen Bürger kamen also 7 Sklaven. Andere Quellen errechneten, dass in Sparta im 5 Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung etwa 12.000 bis 15.000 spartanische Vollbürger, 40.000-60.000 Periöken und 140.000-200.000 Heloten gelebt haben sollen. 1

Spartas soziale Hierarchie
Spartas soziale Hierarchie

Bürger

Die Bürger nannte man auch Spartiaten oder Homoioi („Gleiche“). Sie waren freie Männer und Frauen, wobei die Frauen im Vergleich zu Frauen anderer griechischen Stadtstaaten deutlich mehr Rechte besaßen. So konnten sie Land besitzen und verwalten, waren aber von politischen Ämtern ausgeschlossen.

Periöken

Die Periöken kamen im Klassensystem der spartanischen Gesellschaft unter den Bürgern und lebten in der Regel in der Umgebung der Stadt unter spartanischen Kontrolle. Es handelte sich hierbei vor allem um Händler und Handwerker. Sie bestellten das Land, waren aber auch Teil der Armee.

Die Städte der Periöken waren zwar an Sparta gebunden, besaßen aber dennoch Autonomie und eigene Heiligtümer. So konnten dort beispielsweise eigene lokale Gesetzte erlassen werden. Während sie gewisse wirtschaftliche und religiöse Eigenständigkeiten hatten, waren sie aber dennoch bei politischen Fragen an Sparta gebunden.

Heloten

Die Heloten war die niedrigste Klasse Spartas und bildeten den größten Teil der Bevölkerung Spartas. Sie hatten ihre Freiheit verloren und dienten als Sklaven der Spartaner (allerdings nicht im klassischen Sinne wie etwa in Athen oder Rom). Sie wurden dementsprechend als Besitzt angesehen und verfügten über keinerlei Bürgerrechte oder gar politische Rechte. Allerdings waren sie kein Privateigentum, sondern galten als Gemeineigentum. Sie dienten Sparta sowohl in der Landwirtschaft als auch im Krieg. Im Vergleich zu anderen Sklaven konnten sie Familien gründen und behielten ein Teil der Früchte ihrer Arbeit. So konnten Heloten, wenn sie genügend Geld verdient haben, sich die Freiheit erkaufen. Auch wenn sie im Kampf besonderes geleistet haben, konnten Bürgerrechte gewährt werden (sie erhielten dann den Titel Neodamodeis). Dennoch war laut antiken Quellen das Verhältnis zwischen Heloten und Spartiaten sehr angespannt. Während die Spartiaten sich gegenüber den Heloten sehr grausam zeigten, soll es bei den Heloten immer wieder zu Rebellionen gegen diese geführt haben. Einer dieser Rebellionen soll im Jahr 464 v. u. Z. gewesen sein, als Lakonien von einem Erdbeben heimgesucht wurde. An die 20.000 Spartaner sollen dabei ihr Leben gelassen haben. Die Heloten machten sich das Chaos zu Nutze und revoltierten. Diese Revolte gilt als eine der größten sozialen Unruhen im klassischen Sparta.

Erziehung in Sparta – Die Agoge

Um zum spartanischen Bürger, dem sogenannten Spartiaten, zu werden, musste man ein hartes Erziehungsprogramm durchlaufen. Die sogenannte Agoge war das militärische Trainings- und Erziehungsprogramm in Sparta, dem sich die männlichen Kinder unterziehen mussten (ausgenommen waren die Söhne des Königs).

Hinweis: Angeblich, und das ist nicht gesichert, soll bereits nach der Geburt eines Kindes durch den Ältestenrat das Neugeborene auf eine körperliche Tauglichkeit überprüft worden sein. Wurde es als zu schwach und nicht lebenstauglich eingeschätzt, soll es in einer Schlucht in den Bergen ausgesetzt worden sein. Bisher gibt es aber keine entsprechenden Funde, sodass man nicht weiß, ob das so tatsächlich war.

Los ging es schon im Alter von sieben Jahren, Schluss war mit dem Erreichen des dreißigsten Lebensjahrs. Sie verließen dabei die Familie und traten in den Dienst des Staates. Zur Ausbildung gehörten das Lesen, Schreiben oder auch Musizieren. Im Mittelpunkt standen aber vor allem militärische Übungen, da die Jungen schon im jungen Alter zu Soldaten herangezogen werden sollten.

Unterteilt war die Agoge in drei Zyklen:

  1. Paides: Für Jungen zwischen sieben und vierzehn
  2. Paidiskoi: Für Jungen zwischen vierzehn und zwanzig
  3. Hebontes: Für Jungen zwischen zwanzig und dreißig

Jeder Zyklus der Agoge beinhaltete dabei spezielle Übungen für Körper und Geist.

Laut antiken Autoren, wie beispielsweise Platon oder Isokrates, war die strenge Erziehung der Grund für Spartas militärischen Erfolgs. So waren die frischen Spartaner nicht nur körperlich, sondern auch moralisch gefestigt.

Paides: Für Jungen zwischen sieben und vierzehn

In der ersten Phase der Agoge wurden die Jungen nicht nur von ihren Familien getrennt, sondern sie durchliefen auch ihre Grundausbildung. Zwar wurde auch Lesen und Schreiben gelehrt, die geistige Ausbildung blieb aber in Bezug auf die körperliche Ausbildung zurück. Im Mittelpunkt stand der bedingungslose Gehorsam, der durch Kampfspiele antrainiert wurde. Angeblich liefen die Jungen die ganze Zeit nur sehr spärlich bekleidet herum und waren außerdem barfuß unterwegs. Auch der Kopf soll rasiert gewesen sein.

Während der Paides wurden die Jungen auch in eine sogenannte „Agelai“, eine Herde, eingeteilt. Diese Agelai wurde von älteren Schülern bzw. einem älteren Mann beaufsichtigt. 1

Auch bekamen sie nur wenig Nahrung und mussten sich durch Stehlen durchschlagen, bzw. damit ihre Mahlzeiten aufwerten. Bestraft wurde dabei nur der, der erwischt wurde, dann aber mit ernsten Strafen. Diese gewollten Diebstähle waren als Übung für den Krieg gedacht.

Paidiskoi: Für Jungen zwischen vierzehn und zwanzig

In der zweiten Phase wurden die Ausdauer und Abhärtung des Körpers gefördert. Sie erlernten wichtige Kampf- und Waffentechniken, bekamen aber auch Anleitung, wie sie sich im Sozialgefüge einreihen zu haben. So durften sie beispielsweise an den Syssitien (Gemeinschaftsessen) teilnehmen.

Hebontes: Für Jungen zwischen zwanzig und dreißig

In der letzten Phase ging es nun darum, das erlernte auch Umzusetzen. So halfen sie beispielweise selbst bei der Erziehung der Jugendlichen oder sie sollten bei der sogenannten „Krypteia“ nur mit einem Messer ausgerüstet Heloten jagen. Die Natur der Krypteia ist umstritten. Einige Quellen deuten darauf hin, dass sie eine Art Überlebensprüfung für junge Spartiaten war, andere sehen sie als gezielte Einschüchterungsmaßnahme gegen die Heloten.

Als Hebontes konnten sie als Hopliten in der Armee dienen, sie lebten aber weiterhin bis zum dreißigsten Lebensjahr unter sich in Gemeinschaftsunterkünften, den „Syskenia“.

Mit Dreißig wurden sie dann schließlich zu Vollbürgern und obwohl man schon mit dem zweiundzwanzigsten Lebensjahr heiraten durfte, soll erst ab 30 das passende Heiratsalter gewesen sein.

Bis zu ihrem sechzigstens Lebensjahr dienten die Spartaner in der Armee, danach konnte ein ganz kleiner Teil von ihnen Mitglied des Gerusia-Rat (Ältestenrat) werden und so den Titel „Alteste“ oder „Geronten“ bekommen (der Rat umfasste 28 männlichen Bürgern Spartas). Dennoch dienten viele auch über das Alter hinaus.

Ausbildung der Mädchen und die Rolle der Frau

Auch die Mädchen wurden ausgebildet. Allerdings blieben sie Zuhause bei ihren Müttern. Im Vergleich zu anderen griechischen Mädchen/Frauen, genossen die spartanischen Mädchen/Frauen, viel größere Freiheiten und hatten auch ein höheres Ansehen.

Im Mittelpunkt der Ausbildung der Mädchen stand Musik und Tanz. Aber auch körperliche Aktivitäten, wie beispielsweise Laufen oder Ringen, gehörte dazu. Schließlich sollten sie sich ebenfalls fit halten, um so ihre wichtigste Aufgabe nachkommen zu können: gesunde, männliche Nachkommen für das Spartanische Militär zu gebären. 2

Junge Frau aus Sparta - Bild von Jean-Baptiste-Camille Corot (Französisch, 1796 - 1875)
Junge Frau aus Sparta - Bild von Jean-Baptiste-Camille Corot (Französisch, 1796 - 1875)

Es wird gar berichtet, dass die Frauen bei der Ausübung der Leibesübungen, wie auch die Männer, ihren Körper entblößten. Es besteht die Vermutung, dass sie auch in organisierten Wettkämpfen teilnahmen. So soll die spartanische Prinzessin Kyniska auch in den 390er Jahren die erste Frau als Gewinnerin bei einem olympischen Wettkampf gewesen sein. Wenn gleich auch „nur“ als Besitzerin und Trainerin der Pferde für ein Pferderennen.

Im Vergleich zu anderen griechischen Stadtstaaten wurden die Mädchen in Sparta erst vergleichsweise spät verheiratet. Laut den Vorschriften von Lykurg aus dem 8. Jahrhundert vor Christus, durften sie nämlich erst „auf dem Höhepunkt der körperlichen Kraft“ heiraten. Nur dies würde „der Zeugung gesunder Kinder zugute“ kommen. Dementsprechend soll es in Sparta auch weniger Todesfälle bei der Geburt gegeben haben, da die spartanischen Mädchen/Frauen schon deutlich weiterentwickelt waren. Und dies war auch durchaus beabsichtigt, den Sparta brauchte Nachkommen.

Kein Wunder also, dass die Zeugung von Söhnen sogar belohnt wurde. Ein Mann wurde vom Militärdienst freigestellt, wenn er drei Kinder zeugte, beim vierten lockten sogar die Befreiung von finanzielle Abgaben vom Staat. Lykurgs Vorschriften gingen gar so weit, dass sie einer jungen Frau eines älteren Mannes erlaubte, Kinder von einem anderen Mann zu bekommen. Natürlich aber nur mit dem Einverständnis des Ehemanns. Der ältere Mann konnte dann die Söhne adoptieren und stieg so im sozialen Status auf. Diese weiblichen sexuellen Freiheiten fanden im Rest von Griechenland wenig Begeisterung. So hielt Aristoteles die spartanischen Frauen gar für völlig zügellos und entfesselt.4

Spartas politisches System

Das spartanische Politik-System war eine Besonderheit im antiken Griechenland. Statt einem König hatte Sparta gleich zwei Könige, also ein Doppelkönigtum, bei den beide Könige theoretisch gleichrangig waren (keine Monarchie, sondern eine Biarchie). Ein König stammte aus der Familie der Agiaden und ein König von der Familie der Eurypontiden, wobei beide Familien sich darauf berufen direkte Nachfahren des mythischen Helden Herakles und damit auch des Zeus zu sein.

Saßen so die beiden Könige nebeneinander und entschieden Spartas Zukuft?
Saßen so die beiden Könige nebeneinander und entschieden Spartas Zukuft? Zumindestens in Ubisofts Discovery Tour Ancient Greece findet man sie so vor.

In der Realität dominierte meist einer der beiden Könige, so sollen es die Agiaden gewesen sein, die den Eurypontiden ein Stück voraus waren und viele bedeutende Könige, unter anderem Leonidas I., hervor brachten. Es war dann auch Kleomenes III. (* 254 v. Chr.; † 219 v. Chr.) aus der Familie der Agiaden, der schließlich in der hellenistischen Epoche diese spartanische Tradition brach und seinen Bruder Eukleidas auf den Thron setze. Es war das einzige Mal in der Geschichte von Sparta, dass beide Könige Spartas aus derselben Familie kamen. Tatsächlich herrschte Kleomenes aber allein.

Die Aufgabe der beiden Könige war im Wesentlichen die Heeresführung und die Erkundung des göttlichen Willens. Sie waren damit Heeresführer und Priester des Zeus gleichermaßen. Darüber hinaus waren sie Mitglieder der Gerusia (auch Gerusie) als des Ältestenrats. Gleichzeitig kontrollierte der Gerusia aber auch die beiden Könige und hatte in der Funktion des höchsten Gerichtshofes auch die Möglichkeit die Könige anzuklagen. Die Stimmung zwischen Gerusia und den spartanischen Königen war zeitweise durchaus angespannt. So warf die Gerusia in der klassischen Zeit beispielsweise mehrere Könige Spartas vor, sie würden die Politik zu ihrem eigenen persönlichen Zwecke missbrauchen.

Neben den Königen und der Gerusia waren auch die Ephoren ein wichtiger Teil des politischen Systems Spartas. Es handelte sich dabei um fünf Aufseher, die von der spartanischen Volksversammlung gewählt wurden und damit als demokratischste Vertreter galten. Sie waren spartanische Bürger und mussten über 30 Jahre alt sein. Nach der Wahl durften sie ein Jahr dienen, ohne die Möglichkeit einer Wiederwahl. Auch wenn sie nicht so mächtig wie die Könige waren, hatten sie dennoch richterliche Macht und konnten in Kriegszeiten auch die spartanische Armee entsenden. Ebenfalls hatten sie die Aufsicht über die Agoge und trafen sich mit Abgesandten andere Staaten, mit den sie verhandelten. Auch die Kontrolle der Gerusia lag in den Händen der Ephoren. Wie auch bei der Gerusia gab es auch zwischen den Königen und Ephoren immer mal wieder Spannungen. So ist beispielsweise von einem Streitgespräch zwischen König Achidamos und dem Ephoren Stheneladas bekannt, bei dem es um die Frage ging, ob man Athen und damit auch den Delischen Bund angreifen sollte oder nicht. Entgegen der Annahme, plädierte aber Archidamos für ein vorsichtiges Vorgehen, während Stheneladas der Meinung war, dass ein wahrhaft starker Spartaner auf jeden Fall für einen Krieg stimmen würde.3

Die fünf Ephoren in Sparta.
Die fünf Ephoren in Sparta. Aus Westermanns Monatshefte, Band 11 (1861-62), S. 48. von Ludwig Löffler.

Zu guter Letzt gab es noch die spartanische Volksversammlung namens „Apella“. Diese bestand aus Bürgern, die über 30 Jahre alt waren. Der Vorsitzt der Apella hatte der Eponymen Ephoren. Im Vergleich zu den anderen politischen Akteuren Spartas war die Macht der Apella aber beschränkt. So konnte jeder ihrer Entscheidungen von der Gerusia abgelehnt werden. Dennoch kümmerte sich die Apella auch um die Außenpolitik, Kriegserklärungen, Friedensverhandlungen und war wie schon erwähnt für die Wahl der Ephoren und die Mitglieder der Gerusia verantwortlich.

Lakonisch: Die Sprache der Spartaner

Bekannt waren die Spartaner nicht nur durch ihre Disziplin und ihre militärische Stärke, auch ihre Sprache wirkt bis heute noch nach. So stammt das Wort „lakonisch“ von der Landschaft Lakonien auf der Peloponnes in Griechenland. Man kann „lakonisch“ also auch als „spartanisch“ oder „nach Art der Spartaner“ umschreiben.

Die Spartaner waren für ihre knappe, präzise und wortkarge Ausdrucksweise bekannt. Nachfolgend findet man einige Überlieferung, die das unterstreichen:

Einer der wohl bekanntesten Ausrufe stammt vom Spartanerkönig Leonidas. Als der persische Herrscher Xerxes in der Schlacht an den Thermopylen die Spartaner aufforderte sich zu ergeben und die Waffen auszuhändigen, erwiderte Leonidas lediglich lakonisch:

„Komm und hol sie“ ("Molon labe")

Noch kürzer antworteten die Spartaner nach einer Legende auf die Aufforderung von Philipp II. von Makedonien:

Philipp II. von Makedonien: Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen werden.“
Darauf die Spartaner: „Wenn“

Der Begriff „lakonisch“ findet man allerdings erst seit dem 17. Jh. in deutschen Texten. Dort bezieht man sich auf die lateinische Lesart von stilus laconicus und laconice dicere, sich also nach Art der Lakonier auszudrücken. Tatsächlich war die spezielle Sprache der Spartaner auch schon im antiken Griechenland ein Thema. So sammelte beispielsweise Plutarch einige Sprüche der Spartaner in „Lakonische Denksprüche“ (Ἀποφθέγματα Λακωνικά/Apophthegmata Laconica - hier ist eine Sammlung in Englisch zu finden) und „Denksprüche einiger Spartanerinnen“, zu finden im Werk Moralia. Selbst die Autoren der Ilias beschrieben die Könige der Spartaner schon als wortkarg, in dem sie einen Trojaner die Redeweise des Königs Menelaos folgendermaßen beschreiben ließen:

Wahrlich, da sprach Menelaos nur kurz in geläufigen Worten, weniges nur, doch klar und hell, er war ja nicht wortreich und kein nichtiger Schwätzer.5

Ernährung der Spartaner

Auch um die Ernährung der Spartaner ranken sich allerlei Mythen. Schließlich konnten sie ihre für den Kampf benötigten gestählten Körper nicht mit Currywurst und Pommes aufrechterhalten. Was war also ihr Geheimnis?

Es lässt sich auf jeden Fall sagen, dass die Spartaner nicht so versessen in ihr Essen waren wie die meisten anderen im antiken Griechenland. Wie allgemein in ihrem Leben zeichnet sich auch die Ernährung der Spartiaten durch Disziplin und Kargheit aus. Neben Gerstenbrot (Maza) aßen sie vor allem schwarze Suppe (griechisch μέλας ζωμός mélās zōmós - in Sparta nannte man sie möglicherweise haimatia) aus Blut, Schweinefleisch, Essig und Salz6. Und auch Käse und Wildfleisch stand auf ihrem Speiseplan, alles was sie selbst anbauen oder unmittelbar aus ihrer Umgebung bekommen konnten. Und auch wenn Wein zu den Speisen getrunken wurden, stand hier nicht der Exzess im Mittelpunkt. Ein täglicher Fleischverzehr war allerdings nur den reichen Bewohnern möglich.

Gegessen wurde in Sparta in der Regel in einer sogenannte Syssitia/Syssition. Darunter versteht man gemeinschaftliche tägliche Männermahle, die insbesondere dazu dienen sollten, den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl unter den offiziell „gleichen“ Bürgern und deren Liebe zum Staat zu stärken. Diese Syssitia waren ein wesentliches Element des bürgerlichen Lebens in Sparta, da eine tägliche Teilnahme für alle Spartiaten ab 20 Jahren Pflicht war. Teilnehmen durften an den Gemeinschaftsmähler nur Männer, die sich in Gruppen von ca. 15 Spartiaten unterschiedlichen Alters zusammenschlossen. Diese mussten dafür einen monatlichen festen Beitrag an Naturalien und Geld geben, wer zahlungsunfähig war, verlor seinen Vollbürgerstatus. Weitere Informationen zu den Syssitien findet man hier.

Quellen und Verweise



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